Vom iphone zum smartphone – Der Abschied kommt (Lesezeit: 5 Min.)

Die iphone Reparatur hat nichts gebracht. Wieder geht es aus und bleibt bei seiner Meinung, der Akku sei nun leer. Unverhandelbarer Streik eines technischen Begleiters. Die Krise als Chance begreifen. Wieder ein neuer Versuch meine persönliche Fallhöhe zu reduzieren. Anstatt nun alle 2 Jahre ca. 600 Euro aufbringen zu müssen, um ein relativ aktuelles iphone besitzen zu können, habe ich mir schnell ein smartphone eines anderen Herstellers gekauft. Für 160 Euro. Auch mein iphone Tarif mit 40 Euro im Monat ist weg. Jetzt habe ich einen Vertrag, der zu meinem Nutzungsverhalten passt, der kostet 4 Euro im Monat. Die finanzielle Abhängigkeit wird damit geringer. Continue reading

Mein iphone – Ein langsamer Abschied (Lesezeit ca. 30 Min)

Wie fange ich einen Artikel an, in dem ich erkläre, warum mein nächstes smartphone vermutlich kein iphone mehr sein wird. Und wie schafft man einen solchen Beitrag ganz ohne Glaubensdiskussion oder technische Details, die nichts mit dieser Entscheidung zu tun haben?

Das hier ist ja kein Technikblog und soll es auch nicht sein. Mein Blick auf das Thema smartphone und iphone ist daher ein völlig anderer.

Der Auslöser

Mein derzeitiges iphone wird allmählich alt (Ende 2016 3 Jahre) und hat nun einen sehr unangenehmen Fehler entwickelt. Es geht ganz einfach aus und behauptet, der Akku sei leer und lässt sich konsequenterweise auch nicht mehr einschalten. Beispielsweise wenn ich ein Foto von meiner Tochter beim Spielen machen möchte. Iphone aus und weg. Continue reading

Digitalisiert und jung – eine explosive Mischung?

Die gängige Meinung ist, dass junge Menschen so früh wie möglich lernen sollten mit der heutigen digitalen Art umzugehen. Häufig ist auch die Rede von digital natives. Das sind dann junge Menschen, die ganz selbstverständlich mit den neuen Medien aufwachsen und ganz selbstverständlich lernen damit umzugehen, so wie wir (die heute 30 jährigen) den Umgang mit dem Telefon ganz natürlich gelernt haben.

Je genauer ich aber hinschaue und hinhöre, wenn Jugendliche (viele vermutlich noch deutlich unter 14) über neue Medien miteinander kommunizieren, stellen sich mir die Nackenhaare auf. Nicht wegen dem, was sie sagen, oder wie sie es sagen. Das hat und wird sich vermutlich kaum ändern. Erschreckend ist die Unmittelbarkeit der Kommunikation bei gleichzeitiger Abgeschirmtheit.

Ein praktisches Beispiel, heute gehört an der Supermarktkasse. 3 Jugendliche, ca. 14-15 Jahre alt, zwei Jungen ein Mädchen. Irgendjemand hat mit Irgendjemand Schluss gemacht. Continue reading

Ich denke immer positiv – Meistens

Nicht immer, aber immer öfter

Wenn die Werbung eines kann, dann Dinge auf den Punkt bringen. Leider benutzt sie diese grandiose Fähigkeit um Waschmittel, Zucker und wie in obigen Beispiel Bier zu verkaufen.

Was hat das alles mit Minimalismus zu tun? Was hat das mit positiven Denken zu tun?

Minimalismus kann zu einem gefährlichen Menschenbild führen, wie übrigens die meisten Weltanschauungen. Als Minimalist, Vegetarier, Veganer, Liberaler, Öko-Aktivist (die Liste könnte fast unendlich weitergeführt werden) kommt man schnell in folgende Falle: Continue reading

Mit welcher Technik wollen wir uns in Zukunft umgeben?

Jeden Tag nach der Arbeit hole ich kurz vor 13 Uhr meine Tochter vom Kindergarten ab und während meine Tochter schläft, habe ich die Zeit und Ruhe ungestört nachzudenken. Der Rückweg mit dem Kinderwagen dauert etwas 20 Minuten und führt über einen ruhigen Fahrrad- und Wanderweg. Entlang des Weges liegen schöne Einfamilienhäuser mit Gärten.

An einem dieser Gärten musste ich heute abrupt stehen bleiben. Meine Aufmerksamkeit wurde gefesselt von einem dieser Rasenmäher-Roboter. Leise und scheinbar völlig autonom bewegte er sich über die Rasenfläche.

Die Technik ist erstaunlich, gerade weil sie so autonom daherkommt. So ein kleiner Roboter ist eben was völlig anderes als eine Spül- oder Waschmaschine. Neben dem kleinen Rasen liegt eine Terrasse mit allem was dazu gehört. Ein Tisch, ein paar Stühle, ein bisschen Kram vom Vorabend.

Ich habe mir kurz vorgestellt, wo diese Entwicklung hingehen mag und wie das Bild wohl ausgesehen hätte, wenn ich zehn oder fünfzehn Jahre in die Zukunft geblickt hätte. Continue reading

Der richtige Umgang mit Fehlkäufen

Ich versuche als Minimalist zwar nur das absolut nötigste überhaupt zu kaufen, aber auch mir passieren noch immer gelegentlich Fehlkäufe. Bei 90% meiner Fehlkäufe merke ich aber erst nach einigen Monaten, dass ich Dinge gar nicht gebraucht hätte. Da sind sie dann aber schon so alt und schon ein paar Mal gebraucht, dass ein Umtausch nicht mehr möglich ist. Was tut man dann am besten?

Da ist zum Beispiel das teure aufblasbare Camping Kopfkissen. Nach ein paar gescheiterten Versuchen darauf zu schlafen, habe ich es aufgegeben. Ein Umtausch war aus hygienischen Gründen nicht mehr möglich, da ich ja schon ein paar Mal mit meinem Kopf darauf geschlafen habe. Das kann ich natürlich verstehen. Ein Verkaufsversuch bei ebay brachte keinen Erfolg. Nicht einmal für einen Euro wollte jemand das Kissen haben, dass ich für zwanzig Euro neu gekauft hatte. Im Bekanntenkreis habe ich niemanden der so ein Camping Kissen gebrauchen könnte und so liegt es nun auf meinem Kleiderschrank herum und wird von Zeit zu Zeit von meiner Tochter bespielt. Es schwimmt im Wasser und ich kann es demnächst wohl unterwegs als super Sitz für meine Tochter verwenden.  Continue reading

Besitz, Eigentum und Konsum – Warum das eben nicht das gleiche ist.

Gestern eine schrecklich theoretische Podiumsdiskussion über Minimalismus gehört. Dabei wurde zwar auch ganz hohem Niveau diskutiert und Bezug genommen zu allem möglichen Theorien aus Psychologie, Soziologie und Geschichte.

Praktische Beispiele aus unserer Zeit waren aber eher Mangelware. Dabei ist doch gerade unsere Jetzt-Zeit so unglaublich spannend im Bezug zum Minimalismus.

Minimalismus ist ein -Ismus. Damit ist es – ja! – per Definition so etwas wie eine Weltanschauung. Und damit auch immer kritisch zu betrachten wie alle Weltanschauungen.

Es gibt sie eben nicht, die eine Weltformel, die eine Brille durch die alles gut wird. Auch der Minimalismus würde – von allen angewandt – nicht zwangsweise in den Weltfrieden führen. Auch zwei Minimalisten können sich über die Frage, was man wirklich braucht, die Fäuste ins Gesicht hämmern.

Trotzdem bin ich der Meinung, dass die Welt ein besserer Ort wäre, wenn mehr Menschen Minimalisten wären. Das gleiche denken aber auch Dortmund Fans von sich und anderen.

Minimalismus ist aber eben doch mehr als nur ein reiner glaube. Es zeigt praktische Erfolge in meinem Leben und wie ich so höre, auch bei vielen anderen Menschen. Es lohnt sich also doch einmal genauer hinzusehen.

Minimalismus ist die Konzentration auf das Notwendige. Minimalisten versuchen so wenig wie möglich zu „haben“ und zu konsumieren.

Und da fangen die Probleme schon an und die ersten Kritiker heben die Finger. Ist nicht alles, was wir tun, Konsum? Wenn ich mich hinsetze und zwei Stunden meditiere, ist das ja auch Konsum. Ich konsumiere eben eine Entspannungstechnik, und wenn ich ins Kino oder Restaurant gehe, konsumiere ich eben auch. Beides Konsum, also auch egal, was von beiden ich tue? Continue reading

Kleiderschrank – Ein ewiges Thema! Oder geht es auch ohne?

Verrückter Gedanke, der mich seit Beginn meines Minimalismus Lebens-Experiments nicht loslässt. Kann ich auf einen Kleiderschrank verzichten? Das geht, ist mir klar. Die Frage ist, wie ich es hinkriege.

Ich habe ca. 90% meines übrig gebliebenen Besitzes in meinem Kleiderschrank. Ein schmaler Kleiderschrank aus Holz, zwei Türen. Neben meiner Kleidung auch meine Aktenordner, meine Tagebücher und sonstiger Kram.

Entsprechend voll gestopft wirkt er die meiste Zeit. Viele Kleidungsstücke brauche ich seit vielen Monaten und einigen Jahren einfach nur auf. Als Minimalist kann ich mich für gewöhnlich ganz gut von unnützen Dingen trennen. Für Kleidung gilt das nicht. Die brauche ich bis zum letzten auf. Dennoch:  Die Anzahl der T-Shirts sinkt seit Jahren von einem recht hohen Niveau, das gleiche bei allen anderen Kleidungsstücken.

Ich habe schon sämtliche Aufbewahrungsmöglichkeiten im Schrank durch. Gefaltet, gerollt und geknuddelt im Wäschekorb davor. Derzeit experimentiere ich damit, ob ich 90% der Kleidung in den Schrank hängen könnte und probiere mit Hängevorrichtungen herum. Die Socken an einer langen Leine mit Wäscheklammern befestigt sparen viel Platz. Das obere Regal wird so frei für viele andere Sachen.

Es scheint: Ganz überflüssig werde ich den Schrank auch in absehbarer Zeit nicht machen können. Aber vielleicht hat ein Leser oder eine Leserin noch eine praktisch Idee zur Vereinfachung des Kleiderschranks. Dann bitte nutzt die Kommentarfunktion.

Die verspielte Zeit – smartphone Eltern auf dem Spielplatz

Eltern auf dem Spielplatz im Sommer 2016. Die Quote (eigene nicht repräsentative Erhebung) liegt bei 50%. Die Hälfte der Eltern lenkt seine Aufmerksamkeit mehr auf das eigene smartphone als auf die eigenen Kinder.

Gesenkte Köpfe auf Bänken, während die Kinder Schaukeln, im Sand buddeln oder verzweifelt nach Mama oder Papa rufen, bis Mama oder Papa schließlich das smartphone schnell in der Tasche stecken um dem Nachwuchs helfe.

Jetzt kann es natürlich sein, dass jeder dieser Elternteile einen wirklich guten Grund hat, gerade in diesen schönen Momenten des Lebens auf das smartphone gucken zu müssen. Eine dringende Mitteilung, weil ein Freund oder Familienangehöriger erkrankt ist oder eine Nachricht, weil man sich gleich noch mit anderen Eltern verabredet hat.

Werfe ich aber im Vorbeigehen einen Blick auf die fremden Bildschirme, sehe ich relativ häufig kleine bunte Bälle (Spiele) oder Fotos im facebook Rahmen. Viele blicken also auf fremde timelines oder verspielen ihre Lebenszeit, während die Zeit mit den eigenen Kindern unwiederbringlich im Sandkasten dahin rieselt.

Was das alles mit unseren Kindern macht, denen wir auf diese weise so häufig signalisieren, dass es gerade etwas wichtigeres gibt als mit ihnen zu spielen, weiß heute noch niemand.

Kindheiten, die ihren Vater nur als die Stimme hinter der Zeitung am Frühstückstisch wahrgenommen haben, kommen mir in Erinnerungen. Da haben unsere Kinder es schon besser. Sie sehen zumindest unsere Gesichter, die abwesend auf kleine Monitore starren.

Das ist also das bessere Leben, das uns vor dem Kauf dieser Geräte versprochen wurde? Da helfen auch die noch so vielen Fotos und Videos nicht, die so mancher permanent von seinen Kindern macht.

Was soll das auch für ein billiger Abklatsch sein? Wie meine Kinder gespielt haben, schaue ich mir dann später an, wenn ich alt und meine Kinder erwachsen sind? Na hoffentlich erfindet dann schnell jemand die 3D Kamera, damit ich später virtuell auf den Spielplatz zurückkehren kann. Da kann ich dann die Zeit anhalten und virtuell und auf dem Spielplatz rumlaufen.

Nur blöd, dass ich meinem Kind dann auch nicht mehr von der Schaukel runter helfen kann. Aber in Ruhe anschauen, was ich verpasst habe, das kann ich dann wohl.

Geheimnisvolle Menschen benutzen keine smartphones

Einen interessanten Menschen gesehen. Sie saß an einem Tisch im Restaurant und blickte aus dem Fenster. Sie wartete auf ihren Freund, der sich gerade etwas zu Essen vom Buffett holte. Sie muss eine halbe Minute aus dem Fenster geschaut haben. Schaute sich um, schaute wieder aus dem Fenster, warf einen Blick in die Karte, schaute wieder aus dem Fenster.

Kein Blick auf ein smartphone versperrte ihr den Blick auf die Welt und die eigenen Gedanken. Den ganzen Abend lang sah ich sie nicht einmal mit einem smartphone in der Hand.

Was für ein spannendes Leben muss so ein Mensch haben, der es so lange aushält der Welt nicht von seinem Leben zu berichten.