Category: Besitz reduziert

Minimalismus aus anderer Sicht: Wie viel wiegt unser Besitz?

In meinem Artikel “Minimalist werden an einem Tag” ließ ich mich zu einer steilen Vermutung hinreißen: Mit wieviel nötigem Gepäck ich durch mein Leben schreite. Ich schätze es sind keine 100 kg mehr.

Das war eine tolle Fehleinschätzung, vermutlich dadurch inspiriert, dass ich so viel Zeug in den Umzugskarton bekommen habe, der angeblich nur 30 kg aushält. Als ich den Karton aber aus Spaß einmal auf die Waage stellte, musste ich doch etwas schlucken. Nämlich die Wahrheit, dass der Karton 163 kg wiegt. Continue reading

Minimalismus im Kleiderschrank

Mein Kleiderschrank ist auch nach vielen Jahren Minimalismus der Ort, an dem ich deutlich mehr Dinge habe, als ich tatsächlich bräuchte. Das hat mehrere Gründe:

  1. Ähnlich wie bei Büchern, fällt es mir unglaublich schwer Kleidungsstücke einfach wegzuwerfen.
  2. Kleidungsstücke, auch günstige, halten deutlich länger als ihr Ruf es vermuten lässt.

Viel Kleidung ist in den letzten Jahren in den Kleidercontainer gewandert. Kaputte Dinge in den Müll, hoffnungslos unschöne oder unpraktische Sachen eben in den Container. Trotzdem ist noch viel da. Continue reading

Mein kleinstes Backup aller Zeiten

Kleine Schritte. Dank des Rasierstiftes konnte ich meinen Rasierpinsel in den vorzeitigen Ruhestand versetzen. Er schlummert jetzt in meiner Archivkiste, dem Ort wo alles seinen Platz findet, was ich vermutlich nie wieder brauchen werde. Aber eben nur vermutlich. Dort liegen auch zwei Festplatten. Die eine wird nicht mehr benötigt, sie ist alt und nicht mehr sehr zuverlässig, durch konsequentes digitales Entmisten hat sie ausgedient. Die andere ist mir herunter gefallen. Sie bleibt noch ein paar Monate bis mein neues Time Machine Backup sich bewährt hat. Das neue Backup läuft auf einem 128 GB USB Stick, der kleiner ist als das kleine Fingerglied meines kleinen Fingers (SanDisk Ultra Fit USB-Flash-Laufwerk).

Marco Mattheis, 12.Februar 2016

Im Alter

Gespräch zweier betagter Damen im Einkaufsladen. Aus dem mitgehörten Gesprächsfetzen wurde soviel klar. Die eine sah sich vor kurzem gezwungen aus ihrem Haus in eine kleine Seniorenwohnung oder gar ein Altenheim umzuziehen, die andere hatte diesen “Leidensweg” schon hinter sich. “Eigentlich fühlen wir uns jetzt auch ganz wohl”. Continue reading

Reduzierter Kleiderschrank – Maybe

Rückkehr mit Erkenntnisgewinn. Nur wenig ist nötig zum Reisen. Vieles sogar hinderlich. Im ästhetischen Sinne allemal. Kurze Stoffhosen mit Markenaufdruck. Praktisch im Finale der Fußball Weltmeisterschaft für einen, der auf dem Platz steht. Als Auftritt im Urlaub eher peinlich. Ich will nicht mehr schlecht gekleidet herumlaufen. Weder zu Hause, noch im Urlaub. Nirgends auf der Welt. Und schon gar nicht als Werbeplakat. …

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Ein paar Bücher leichter

Wieder um das Gewicht von sechs Bücher leichter geworden. Die Stadt Bücherei war so freundlich und hat sich einiger meiner Exemplare angenommen. Ein paar Bücher von Henry Miller (sich hiervon zu trennen fällt noch immer am schwersten), das Achtsamkeitsbuch von Tich Nhat Hanh Das Wunder der Achtsamkeit und ein Roman von Tana French Schattenstill. Faszinierend, dass noch immer Dinge übrig sind, auch nach fast 10 Jahren des Loslassens. Man könnte den Eindruck gewinnen, Bücher wären mir keine lieben Gegenstände. Nichts liegt ferner. Ich liebe das gedruckte Wort seitdem ich lesen kann. Aber ich brauche sie nicht mehr angesammelt und aufgehäuft in Regalen. Ich werde bald Mitte dreißig. Hätte ich jedes Buch meines Lebens nicht nur gelesen, sondern auch gekauft und aufbewahrt, ich bräuchte wohl ein eigenes Zimmer voll mit Regalen bis zur Decke um sie unterzubringen. So manchen erfüllt dieses Bild mit Freude, mich zieht es runter. Der Gedanke an volle Regale, für die ich selbst verantwortlich bin, erschlägt mich geradezu. Ich   würde scheuen mir noch mehr Bücher zu eigen zu machen. Dank gut ausgestatteter Büchereien in meiner Umgebung, kann ich ohne Reue lesen so viel ich will, kann mich auch einmal vergreifen an Büchern. Sie halb anlesen und feststellen, dass der Autor sich beim Schreiben mehr Zeit hätte nehmen sollen, oder die Geschichte mich schlicht nicht packt, mich nicht mitreißt, dass das Lesen zäh wird. So manches Buch (ich gestehe hier meinen Geiz) habe ich nur bis zur letzten Seite gelesen, weil ich zuvor entsprechend viel Geld dafür hergegeben habe.

Werkzeugkisten

Die Dinge kommen in dein Leben wie Zahnbelag. Es passiert einfach und scheint ganz natürlich aber nicht gewollt.

Gestern kniete ich über einer meiner beiden Werkzeugkisten. Das sind die beiden letzten wirklich schweren Gegenstände in meinem eigenen Besitz. Die eine ist ein Komplett-Set aller möglichen Werkzeuge. 50 Prozent davon kamen tatsächlich schon einmal zum Einsatz. In der anderen Kiste befinden sich allerlei Kram. Das meiste davon Ersatzteile.

  • Zwei metallummantelte Schläuche für die alte Küche. Kategorie: Zum Wegwerfen zu schade. Aber wohin ?
  • Kabelbinder. Sollte ich aufbrauchen. Es gibt im Haus genug wilden Kabelsalat. Das babyphone am Bett zum Beispiel.
  • Harken zum Entfernen von Unkraut. Habe ich ein paar Sommer getan, um Energie zu verbrennen bei einer nützlichen Tätigkeit. Mittlerweile betreibe ich regelmäßig Sport. Meine Energiebilanz war noch nie so gut. Dieses Werkzeug ist in guten Zustand, aber über.

Drei Beispiele aus einer vollen Kiste. Sie stehen exemplarisch für all die Dinge, von denen ich mich nur schwer trennen kann. Weil wegwerfen eine Verschwendung wäre. Sachen, dir irgendwann einmal Sinn ergeben haben und dann eben kleben geblieben sind. Eben wie Zahnbelag.

Traurige Erkenntnis. Auch nach so vielen Jahren konsequentem Entrümpeln: Wegwerfen fällt schwer.

Deshalb achte ich für mich auch penibel darauf, dass ich kaum etwas in mein Leben lasse, das ich nicht so intensiv nutze wie Socken. Täglich bis sie Löcher kriegen.

Und gleich morgen greife ich die Kiste noch einmal an.