Category: Gelesen

Über “Über den Tod und das Leben davor”

Ich habe (wie ich das regelmäßig tue) einige Artikel rund um das Thema Minimalismus gelesen. An dieser Stelle möchte ich die Gedanken aus den Artikeln aufgreifen und sie euch zugleich empfehlen.

Daniel stellte diese Woche wichtige Fragen in seinem Artikel “Über den Tod und das Leben davor”.

Warum gibt es so häufig ein so starke Differenz zwischen dem, wie wir eigentlich leben wollen, und dem, was wir täglich tun? Die Wissenschaft nennt es kognitive Dissonanz.

Ein Beispiel: Wir wissen, dass Rauchen nicht gesund ist und eigentlich wollen wir damit auch aufhören, aber dann tun wir es doch immer wieder. Viele Minimalisten (ich nehme mich da nicht aus) schreiben sich fast die Finger wund, um das Thema der Gewohnheiten zu ergründen. Continue reading

“Weniger Geld, ist das so schlimm?” (Die flow)

Interessanter Artikel in der flow – Nummer 12 – (www.flog-magazin.de) zum Thema “Weniger Geld”. Der Artikel ermutigt, zeigt auf dass Kreativität immer dann entsteht, wenn die Möglichkeiten weniger werden. Da ich seit Februar aufgrund meiner Elternzeit und des Bezuges von Elterngeld (60% des vorigen Netto-Einkommens) selbst mit weniger Geld auskommen muss/darf/kann, passte der Artikel gut zu meinen Erfahrungen. Weniger Geld muss nicht immer ein Grund zum Verzweifeln sein.

Manchmal ist die vermeintliche Not auch eine Chance: Komme ich auch mit einem Handyvertrag aus, der “nur” 15 Euro im Monat kostet, und nicht 40 Euro? Schaffe ich es auch noch zwei Jahre mit dem jetzigen iphone? Sinkt dann meine Lebensqualität? Ich glaube nicht. Gerade erfahre ich wieder, dass ich es eher als Abenteuer empfinde, mit weniger auskommen zu müssen. Für alle, die das Thema auch interessiert, sei der Artikel und auch der Rest des Magazins empfohlen.

Wie ist euer Zugang zu dem Thema Geld? Schreibt hier einer über ein Luxusproblem? Arrogant von einem, der wahrlich nicht in finanzieller Armut leben muss?

Was passiert, wenn man nur wenig besitzt! Und andere schlechte Überschriften

Sonntag Morgen. Am Küchentisch sitzen und schreiben. Die Kleine spielt auf dem Puzzleteppich. Ist selig mit Bausteinen beschäftigt. Ihr Vater selig in ein Buch vertieft. Neben der Tastatur meines MacBook liegt Im Land der Regenbogenschlange, Bericht des angeblich bekanntesten deutschen Reiseschriftstellers (ob er sich selbst so bezeichnen würde ist fraglich) Andreas Altmann. Bericht über eine Reise durch Australien. Altmann Lesen macht Fernweh. Jeder sollte davor gewarnt werden. Der Verlag wäre gut und zugleich schlecht beraten einen dicken Warnhinweis auf die Cover zu drucken. Etwas in der Art von: Dieser Text enthält Spuren von Widerstand gegen ihre gut bürgerliche Normalität. Immer wenn ich Altmann lese, möchte ich auch meinen Rucksack packen und losziehen. Aber der Preis ist mir noch zu hoch. Die Kleine alleine lassen und ihre ersten Schritte verpassen. Das erste Wort. Keine Option. Die Aufbruchstimmung will ich dennoch nutzen. In meiner Vorstellung ziehe ich mit der Kleinen und meiner Partnerin zusammen los. Bis dahin will ich mich noch leichter machen. Befreien von den letzten Resten unnützen Krams. Damit am Ende ein leichter Rucksack alles ist, was ich durch die Welt tragen muss.

Heute ein Bericht in der Welt (online) von Dennis Betzholz über Klaus Behrmann. Klaus raucht seit seinem 16 Lebensjahr Mariuhana erfährt man da. Heute ist er 65 und hat ein bewegtes Leben hinter sich. Schlimme Kindheit in einem Heim, später ein Unfall auf dem Bau als er von einem Dach fällt. Die große Liebe trennt sich nach 7 Jahren. Die einzigen 7 Jahre in denen er kein Mariuhana konsumiert hat. Liebe statt Kiffen. Hier wird ein schauerliches Stück aufgeführt. Nicht das Leben von Klaus. Der Artikel kann nur im Überfliegen unterhalten, der geistige Tiefflug seines Verfassers ist halsbrecherisch und erinnert an die Ausbildung zum Kampfpiloten.

Wie üblich wird eine vermeintlich spannenden Geschichte -irgendwann hat der Journalismus offenbar entschieden, dass sich ein Bericht wie ein Roman zu lesen hat- erzählt. Die eigentliche Berichterstattung und Aufgabe des Journalisten über aktuelle Politik zu berichten wird als kleingehackte Stückchen hier und da eingestreut. Ohne Verbindung. Ohne Zusammenhalt. Welchen Sinn hat die Erzählung, dass Klaus im Park der Reißverschluss seiner Hose kaputt geht. Welche Schlussfolgerung soll der eingelullte – anders ist der Artikel kaum zu ertragen – Leser von einer kaputte Hose ziehen? War Klaus beim Besuch des Schreibers nicht heruntergekommen genug um als kaputtes Drogenopfer dargestellt zu werden? Man erfährt hier unglaubliches über Klaus. Er hat nur 2 Hosen, von der die eine jetzt kaputt ist. Wenigstens, so stelle ich beim Lesen fest, könnte das tatsächlich wahrscheinlich sein. Man ist dankbar um jeden Satz, der sein könnte. So erfahren wir aber auch medizinische Neuheiten: Das Kiffen hat die Arterien seiner Beine verkalkt. Was der Autor hoffentlich sagen will ist, dass das Rauchen des Tabaks Klaus Adern über die Jahre hat enger werden lassen. Wie bei allen anderen Rauchern in diesem Land auch.Ich will mich nicht weiter mit diesem Artikel beschäftigen. Er ist es leider nicht wert. Klaus Geschichte hingegen schon. Von ihm hätte ich gerne mehr erfahren. Nur noch zwei Anmerkungen zum Schluss.

Wenn einer mit 16 seinen ersten Joint raucht und das 49 Jahre lang tut, ist er 65. So wie Klaus. Wenn man in dieser Zeit aber 7 Jahre nicht kifft, stimmt etwas nicht mit der Überschrift, mit der eigentlich gar nichts stimmt. Was passiert, wenn man 49 Jahre lang kifft. Ja was denn würde ich gerne noch wissen. Vielleicht das gleiche, das passiert, wenn man mit 16 beginnt zu rauchen, das 42 Jahre lang tut, zwischendurch 7 Jahre pausiert und danach (16+7+42) nunmal 65 Jahre alt ist.

Für alle Schaulustigen ist der Unfall ist hier zu besichtigen: “Was passiert, wenn man 49 Jahre lang kifft”