Tag Archives: entrümpeln

EME004 – Minimalist werden, mit dem Entrümpeln anfangen

In der heutigen Episode spreche ich über:

Anfangen mit dem Minimalismus (Entrümpeln). Soll man radikal vorgehen und alles in Kartons packen oder doch lieber langsam und bedächtig anfangen? Welche Methoden es gibt es und welche bei mir funktioniert haben.

Welche Tricks ganz konkret helfen, um in Zukunft mit leichtem Gepäck durchs Leben zu reisen.
Weitere Themen: Digitalisierung, Keller, Geld bezahlen für Druckluft? Spendenkonto bei der fidor Bank, Umgang mit emotionalen Gegenständen und vieles mehr, weil ich mich mal wieder nicht an meine eigenen Notizen gehalten habe.

Für finanzielle Unterstützungen habe ich ein Spendenkonto eingerichtet: Jeder noch so kleine Betrag ist gerne gesehen.

EME002 – Vorsätze, Ziele, Klamotten, Entrümpeln seit 2006

Heute unter anderem: Vorsätze, Ziele, Klamotten, Entrümpeln seit 2006
Links:

Minimalismus aus anderer Sicht: Wie viel wiegt unser Besitz?

In meinem Artikel “Minimalist werden an einem Tag” ließ ich mich zu einer steilen Vermutung hinreißen: Mit wieviel nötigem Gepäck ich durch mein Leben schreite. Ich schätze es sind keine 100 kg mehr.

Das war eine tolle Fehleinschätzung, vermutlich dadurch inspiriert, dass ich so viel Zeug in den Umzugskarton bekommen habe, der angeblich nur 30 kg aushält. Als ich den Karton aber aus Spaß einmal auf die Waage stellte, musste ich doch etwas schlucken. Nämlich die Wahrheit, dass der Karton 163 kg wiegt. Continue reading

Reduzierter Kleiderschrank – Maybe

Rückkehr mit Erkenntnisgewinn. Nur wenig ist nötig zum Reisen. Vieles sogar hinderlich. Im ästhetischen Sinne allemal. Kurze Stoffhosen mit Markenaufdruck. Praktisch im Finale der Fußball Weltmeisterschaft für einen, der auf dem Platz steht. Als Auftritt im Urlaub eher peinlich. Ich will nicht mehr schlecht gekleidet herumlaufen. Weder zu Hause, noch im Urlaub. Nirgends auf der Welt. Und schon gar nicht als Werbeplakat. …

Continue reading

Ein paar Bücher leichter

Wieder um das Gewicht von sechs Bücher leichter geworden. Die Stadt Bücherei war so freundlich und hat sich einiger meiner Exemplare angenommen. Ein paar Bücher von Henry Miller (sich hiervon zu trennen fällt noch immer am schwersten), das Achtsamkeitsbuch von Tich Nhat Hanh Das Wunder der Achtsamkeit und ein Roman von Tana French Schattenstill. Faszinierend, dass noch immer Dinge übrig sind, auch nach fast 10 Jahren des Loslassens. Man könnte den Eindruck gewinnen, Bücher wären mir keine lieben Gegenstände. Nichts liegt ferner. Ich liebe das gedruckte Wort seitdem ich lesen kann. Aber ich brauche sie nicht mehr angesammelt und aufgehäuft in Regalen. Ich werde bald Mitte dreißig. Hätte ich jedes Buch meines Lebens nicht nur gelesen, sondern auch gekauft und aufbewahrt, ich bräuchte wohl ein eigenes Zimmer voll mit Regalen bis zur Decke um sie unterzubringen. So manchen erfüllt dieses Bild mit Freude, mich zieht es runter. Der Gedanke an volle Regale, für die ich selbst verantwortlich bin, erschlägt mich geradezu. Ich   würde scheuen mir noch mehr Bücher zu eigen zu machen. Dank gut ausgestatteter Büchereien in meiner Umgebung, kann ich ohne Reue lesen so viel ich will, kann mich auch einmal vergreifen an Büchern. Sie halb anlesen und feststellen, dass der Autor sich beim Schreiben mehr Zeit hätte nehmen sollen, oder die Geschichte mich schlicht nicht packt, mich nicht mitreißt, dass das Lesen zäh wird. So manches Buch (ich gestehe hier meinen Geiz) habe ich nur bis zur letzten Seite gelesen, weil ich zuvor entsprechend viel Geld dafür hergegeben habe.

Anleitung zum leben mit Nicht-Minimalisten und Kindern

Hier also die ultimative Anleitung wie ihr als Minimalisten mit Menschen zusammen leben könnt, die es nicht sind. So mancher wünscht sich ja einen 10 Punkte Plan wie man seine Mitmenschen zu Minimalisten macht. Dann passt mal gut auf.

Als ich meine Partnerin kennen lernte war ich schon seit 3 Jahren dabei meinen Haushalt auszumisten. Ich war gerade bei dem Kinderspielzeug angekommen. Bis auf einen einziges Teil, habe ich sämtliches Kinderspielzeug bei ebay verkauft. Die Ratschläge meiner Eltern und meiner Mitmenschen hatte ich natürlich in den Wind geschlagen. Was ist denn, wenn ich selbst einmal Kinder haben sollte? Die üblichen Einwände eben.

Meine Partnerin selbst habe ich als (wie drücke ich das aus) weniger aufgeräumt kennen und lieben gelernt. Ich mochte den Gedanken als Minimalist damit entspannt umgehen zu können. Außerdem würde mein genialer Lebensstil ja ohnehin bald auf sie abfärben.

Heute, 9 Jahre später. Meine Partnerin noch immer (wie drücke ich das aus) sehr reich an Besitztümern aller Art. Wir: Ein gemeinsames Kind (Mädchen), das gerade mit den Unmengen an geschenkten Spielzeug auf dem Wohnzimmerboden beschäftigt ist. Ich: Habe so wenig eigenen Besitz wie noch nie in meinem Leben und wohne doch in einer großen Wohnung, die mir manchmal etwas vollgestellt erscheint.

Hier und jetzt also die Weisheiten meines bisherigen Lebens als Minimalist mit Frau und Kind:

  1. Es kann sein, dass euer Partner sich von eurem Minimalismus anstecken lässt. Muss aber nicht sein.
  2. Seinen eigenen Minimalismus (oder andere Weltanschauung) dem eigenen Kind aufzuzwingen ist gefährlicher Mist. Lasst das sein. Es wäre ein sinnloser Kampf, denn ihr selbst wart wohl kaum als Kinder schon Minimalisten. Gebt euren Kindern die Chance das selbst zu entdecken. Außerdem ist Vorleben (Lernen am Modell) die stärkste Art der Erziehung.
  3. Lebt den Minimalismus für euch und euer Leben und seit glücklich darüber, wenn euer Partner Teile davon mit für sich übernimmt. Meine Partnerin ist mir so lieb in Puncto Minimalismus, weil sie den ganzen Kram nicht bräuchte, wenn es darauf ankäme.
  4. Minimalismus nicht so verbissen sehen. So mancher übertreibt es maßlos. Man kann natürlich 80% der Bevölkerung der westlichen Industrieländer als blöde Schafe betrachten, die brav vor sich hin konsumieren und hätte damit vermutlich auch recht. Die sind dann alle Schuld am Weltuntergang usw. Glücklich macht einen das aber nicht. Ich sehe das mittlerweile etwas egoistischer. Ich freue mich darüber, wenn alle anderen ihre Kraft und ihr Geld für Blödsinn ausgeben, denn je schwieriger alle anderen sich ihr Leben machen, desto leichter ist mein eigenes.
  5. Bevor ihr jemanden anderen vom Minimalismus überzeugen wollt (ungefragte Ratschläge kommen übrigens meistens nicht gut an), fragt euch, ob ihr selbst schon ganz fertig seid mit eurer Mission. Denn weniger geht doch irgendwie immer.

Aber wie geht man denn jetzt damit um, wenn der Partner und die Kinder einem die Wohnung zumüllen? Ganz einfach: Findet euren eigenen Weg. Es ist doch klar, dass es keine ideale Lösung oder Anleitung gibt, die für jeden gilt. Es hat sich aber als günstig erwiesen humorvoll an die Sache heranzugehen. Das garantiert lebenslanges Lernen. Das fällt mir nämlich bis heute schwer. Na klar nerven all die Dinge, die erst angeschafft werden und die dann vergammeln, verstauben und nur rumstehen, die Schubladen voll machen und den Gedanken an einen Umzug zu einem Höllentrip in Gedanken machen.

Aber tatsächlich fühle ich mich nur äußerst selten in der Stimmung mich um diese zugestaubten Dinge zu kümmern. Und manchmal mache ich dann doch die welken Blätter an den Palmen ab oder wische den Staub von den schweren Wohnzimmermöbeln. Liebe bedeutet manchmal eben auch Dinge zu tun, die man selbst  nicht will, aber dem anderen Freude bereitet.

Daher habe ich innerlich auch laut lachen können, als meine Freundin mir vor ein paar Tagen einen Gürtel geschenkt hat, weil ihr ein brauner Gürtel an mir gut gefallen würde (vergleiche “Was schenkt man einem Minimalisten”).

Ich würde mich über eine angeregte Diskussion in den Kommentaren sehr freuen.

Werkzeugkisten

Die Dinge kommen in dein Leben wie Zahnbelag. Es passiert einfach und scheint ganz natürlich aber nicht gewollt.

Gestern kniete ich über einer meiner beiden Werkzeugkisten. Das sind die beiden letzten wirklich schweren Gegenstände in meinem eigenen Besitz. Die eine ist ein Komplett-Set aller möglichen Werkzeuge. 50 Prozent davon kamen tatsächlich schon einmal zum Einsatz. In der anderen Kiste befinden sich allerlei Kram. Das meiste davon Ersatzteile.

  • Zwei metallummantelte Schläuche für die alte Küche. Kategorie: Zum Wegwerfen zu schade. Aber wohin ?
  • Kabelbinder. Sollte ich aufbrauchen. Es gibt im Haus genug wilden Kabelsalat. Das babyphone am Bett zum Beispiel.
  • Harken zum Entfernen von Unkraut. Habe ich ein paar Sommer getan, um Energie zu verbrennen bei einer nützlichen Tätigkeit. Mittlerweile betreibe ich regelmäßig Sport. Meine Energiebilanz war noch nie so gut. Dieses Werkzeug ist in guten Zustand, aber über.

Drei Beispiele aus einer vollen Kiste. Sie stehen exemplarisch für all die Dinge, von denen ich mich nur schwer trennen kann. Weil wegwerfen eine Verschwendung wäre. Sachen, dir irgendwann einmal Sinn ergeben haben und dann eben kleben geblieben sind. Eben wie Zahnbelag.

Traurige Erkenntnis. Auch nach so vielen Jahren konsequentem Entrümpeln: Wegwerfen fällt schwer.

Deshalb achte ich für mich auch penibel darauf, dass ich kaum etwas in mein Leben lasse, das ich nicht so intensiv nutze wie Socken. Täglich bis sie Löcher kriegen.

Und gleich morgen greife ich die Kiste noch einmal an.